Am Rande war der Beginn des Schrecklichen.

Oranienburg-Sachsenhausen,

....eine aufblühende Stadt mit modernen Industrieanlagen, bevölkert mit weltoffenen Menschen, die ich bei meinen Aufenthalten als freundliche und hilfsbereite Leute kennengelernt habe.

Ausser der, vor allem seit 1990 erblühten Industrie, verfügt diese Stadt über eine vorbildliche Infrastruktur, wie die Autobahn Berlin-Hamburg, oder die Anbindung an das Eisenbahnnetz der Deutschen Bahn, nicht zu vergessen, die nähe zur Bundeshauptstadt Berlin ist durchaus vorteilhaft für die Stadt Sachsenhausen.

Heute ist das ehemalige KZ eine Gedenkstätte in der ein Museum untergebracht ist und welches von vielen Menschen aus aller Welt besucht wird.

Den Besuchern der Gedenkstätte werden die zum Teil restaurierten Gebäude und Einrichtungen  gezeigt und an Hand von Dokumenten das unmenschliche und an Grausamkeit nicht zu übertreffende, unvorstellbare Tun der Vollstrecker des Naziregimes vor Augen geführt.

 

Weltweit bekannt wurde Sachsenhausen aber nicht durch seine zukunftsweisende, industrielle Entwicklung, sondern durch den Standort eines der Grausamsten und wohl auch eines der bekanntesten KZs: 

„das Konzentrationslager-Sachsenhausen“.

Hier wurde,  beinahe Industriemässig, die jüdische Bevölkerung und anders denkende oder Regimegegner ermordet-

eine wahre Vernichtungsfabrik.

 

Ich war dieser Tage am Rande der Gedenkstätte, ungefähr einen Kilometer Luftlinie entfernt mit meinem Lkw gestanden um meine Pause zu machen.Neben dem Parkstreifen auf dem ich stand befanden sich Eisenbahnschienen, es waren die Eisenbahnschienen auf denen mehr als 220 000 Menschen im Laufe des Bestehens des KZ hier her transportiert worden sind.An diesen Ort verirrt sich kaum jemand der Besucher die aus aller Welt anreisen um die Vergangenheit zu spüren, um das Leid der Menschen die hier eingesperrt waren zu verstehen, um nicht zu vergessen und um zu lernen, das es so etwas nie wieder geben darf.

Da waren sie nun, die Eisenbahnschienen, ich sass in meinem Lkw und schaute auf sie und habe mir überlegt welche Gefühle die Menschen hatten, die hier angekommen sind. Wussten sie was sie erwartete, oder vielleicht nicht? Ich wurde erfasst von einem hin-und herschwanken meiner Gedanken.

 

Hinter den Schienen, die so viel Schuld auf sich geladen hatten, ist eine Wiese, ein rauer Wind weht, wie oft hat wohl dieser, für dies Gegend typische, Wind geblasen, wenn gerade wieder ein Transport mit Häftlingen angekommen ist.

Die Gräser auf der Wiese, verschiedene Wiesenblumen und vereinzelt stehende junge Bäume, überwiegend Birken, bewegen sich aufgeregt in der Abendsonne hin und her, manches mal so gebeugt, als würde sie irgendetwas fast erdrücken.

Ich sehe ihnen eine Weile zu und bekomme immer mehr den Eindruck, als wollten sie mir sagen; halt, bleib doch hier, hör uns zu, wir können nichts dafür, was sich auf dieser Erde, die mit dem Blut unschuldiger getränkt ist und in der unsere Wurzeln ums überleben kämpfen, geschehen ist.

Es kam mir vor als würden diese Pflanzen gequält von der grausamen Vergangenheit

Das ich fühle was Pflanzen denken ist mir in meinem ganzen Leben noch nie passiert, aber hier am Rande war der Beginn des Schrecklichen und ich konnte fühlen und verstehen was ich zuvor noch nie gefühlt und verstanden hatte - ich war aufgewühlt.

Meine Vorstellungskraft beim Anblick der Schienen und der Pflanzen, welche mit mir zu Reden schienen, reichte nicht aus um mir das hier geschehene nachvollziehen zu können.

Je länger ich hier stehe und auf diesen Ort der Verdammnis und der Trauer sehe, desto mehr bilde ich mir ein die Schreie der vielen Hunderttausenden Frauen, Kinder, Männer und der SS-Unmenschen zu hören.

Ich muss hier weg- die Stimmung erdrückt mich………………… 

HOME

TOP